Goth4ever - gesammelte Link von Axel Pfeiffer - Gothic Szene
Die Geschichte des Gothic (Goth, Gotik) |
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Wie man keine zwei Goths finden wird, die eine gemeinsame Meinung über die Gothic-Szene haben, gibt es auch keine zwei, die sich über die Entstehungsgeschichte einig sind, z.B. was wichtig oder weniger wichtig war. Möglicherweise liegt es daran, daß die Personen, die die Anfänge miterlebt haben, zu differenzierte Vorstellungen hatten. Schließlich sammelten sich unter der Gothic-Fahne sehr unterschiedliche Menschen. Vielleicht rührt es aber auch daher daß man heute andere Dinge mit Gothic verbindet als damals und so Verwirrungen auftreten. So sagen die einen, die Wurzeln des Gothic liegen ausschließlich im Punk, andere behaupten, sie lägen im Punk und Wave, wieder andere meinen, New Romantic gehöre dazu (z.B. [4]) und die ersten widersprechenn dem vehement (z.B. [3]). Daß die Wurzeln im Punk und in England respektive London liegen, wird nicht bestritten. Viele Bands fingen mit Punk-lastiger Musik an um sich dann anders zu orientieren, wie z.B. Siouxsie and the Banshees oder The Cure. Aber schon die Frage, welche Bands anfangs die Hauptrolle spielten, ist ebenfalls umstritten, ist auch nicht konkret festzustellen, was sicherlich auch nicht sinnvoll wäre. Meines Erachtens läuft die Entwicklung schubweise bzw. mehrgleisig:
Ende der 70er enstehen in der Post-Punk-ära z.B. Christian Death, Joy Division. Auch Siouxsie and the Banshees, Bauhaus u.v.a. formieren sich zu dieser Zeit. Mitte der 80er Jahre gibt es eine Art zweite Welle, inzwischen stehen Bands wie Bauhaus, Sisters of Mercy, Siouxsie and the Banshees, Alien Sex Fiend, The Mission, Fileds of the Nephilim oder The Cure im Vordergrund. Anfang der 90er Jahre entsteht eine neue Musik, die gerne scherzhaft unter der Bezeichnung Neue Deutsche Todeskünstler zusammengefaßt wird (oft auch beschimpft als pseudopathetisches Geschmalze [9]), repräsentiert durch Gruppen, wie Goethes Erben, Das Ich, Lacrimosa u.a. Ab Mitte der 90er nehmen Electro- und Metal-Elemente immer größeren Einfluß auf das Musikgeschehen. Man kann diese Bereiche bzw. Zeitabschnitte allerdings nicht derart voneinander trennen. Sie überschneiden sich, beeinflussen sich gegenseitig, leben weiter etc.
Anfangs wurde Musik, aber noch keine Jugendbewegung als Gothic bezeichnet.
In den Anfangsjahren spielte sich alles um Live Bands ab. Erst später kristalisierite sich eine zugehörige Mode heraus, beeinflußt durch die äußere Erscheinung von z.B. Bauhaus oder Siouxsie. Als 1982 in London der Batcave Club eröffnet wurde, entstand auch eine Clubszene, fand die Szene den Weg in die Öffentlichkeit, wurde außerhalb wahrgenommen. Zwar war er nicht als Gothic Club konzipiert, sondern eher am Glam orientiert, dennoch fanden sich dort viele dieser Personen der später mehr ausgeprägten Gothic-Szene, da sie ebenfalls einen Faible für den Glam von David Bowie und anderen Bands teilten. Im Batcave traten immer häufiger düstere Bands auf wie zum Beispiel Alien Sex Fiend und Specimen, woraufhin die Musik dieser Bands später als Batcave-Musik tituliert wurde. Durch die Bands, die immer düsterer werdende Musik vom Plattenteller und natürlich durch das entsprechende Publikum wurde der Batcave Club immer mehr zum Inbegriff der Gothic Szene [3].
Mit der Zeit verbreitete sich der Einflußbereich des Gothic, fand den Weg auch u.a. nach Deutschland. Es gab immer mehr Clubs, in denen diese Musik gespielt wurde.
Die Szene verstand sich als Underground, wollte sich von Pop, Chart-Musik und von Kommerzialisierung distanzieren und degradierte die Normalos als intolerant. Innerhalb der Gruppe entstanden jedoch ebenfalls gewisse Verhaltensregeln und Dresscodes, an die man sich zu halten hatte, um dazuzugehören. Einige erzählen, daß es Mitte bis Ende der 80er Jahre Rangordnungen nach Anzahl der Schnallen an den Schuhen gegeben haben soll.
Zu dieser Zeit haben sich einzelne Subkulturen herausgebildet, die sich sehr stark voneinander differenziert und kaum miteinander kommuniziert haben. Teilweise haben sie sich sogar bekriegt, wie ein Zeitzeuge in [7] berichtet:"Ein Vorteil, zu keiner dieser Gruppen zu gehören, war zweifellos, daß es niemanden gab, der einem unbedingt aufs Maul hauen wollte." Somit kann man auch hier eine gewisse Intoleranz erkennen.
Ab Anfang der 90er Jahre kann man eine deutliche Tendenz zur Öffnung der Szene feststellen. Das Publikum hat sich merklich vergrößert, ist aber auch durchmischter geworden. Scheint zu Anfang das Zusammengehörigkeitsgefühl über die Musik noch sehr wichtig gewesen zu sein, findet man heute kaum noch etwas, was die große Masse verbindet außer vielleicht einen undifferenzierten Hang zur Farbe Schwarz. Viele interessieren sich nicht mehr für die Musik, zu der sie in der Disco tanzen, geschweige denn, die Bands live zu sehen. Dieses Phänomen macht sich nicht nur, aber besonders im Electro-Bereich, in dem in den 90erJahren viele Bands entstanden sind, bemerkbar.
Auch hat generell die Neugier auf neue Bands nachgelassen. Man verläßt sich auf die bekannten Größen und ist damit zufrieden. Viele DJs beschränken sich in zunehmendem Maße auf Hits innerhalb dieses musikalischen Umfelds, sorgen sich um ihre gefüllte Tanzfläche und haben geradezu Angst davor, unbekanntere Musik zu spielen. Man kann daraus schließen, daß die Szene inzwischen ihrem eigenen Kommerz verfallen ist und keinen wirklichen Gegenpol mehr zu Chart-Szene darstellt, aus der sie anfangs fliehen wollte.
Es finden sich heute auf den größeren Parties zunehmend Personen, die den neuen harten Sound sowie die Atmosphäre der Gothic-Szene mögen, ansonsten aber nichts damit zu tun haben und sich auch nicht damit identifizieren. Ein Goth hat mal in einem Gespräch behauptet, die Neuen lebten nur von dieser Athmosphäre ohne etwas eigenes zu geben und sich selbst einzubringen. Das mache die Gothic-Szene kaputt.
Aus der heutigen Größe und Vielfältigkeit heraus ist allerdings auch eine Art Zersplitterung entstanden. Man findet kaum noch Parties, auf denen das ganze Spektrum der Musik gespielt wird. Dafür bekommt man Spezialparties mit Spartenmusik geboten, was wiederum ein familiäres Gefühl fördert, wenn die entsprechende Party klein genug ist.
Begriffe um die Gothic- Kultur:
Gothic: Gothic(engl.= schaurig/engl.= gotisch) ist eine Subkultur, die sich Anfang der Achziger aus der damals dem Ende entgegen schleichenden Punk Bewegung entwickelte. Was die Szene zusammenhält sind in erster Linie Musik, Lifestyle und Weltanschauung. Der Begriff Gothic grenzt eben diesen von den- innerhalb der Szene- heiß diskutierten Satanisten ab, welche nur allzu oft den Stellenwert des Gothics innerhalb der Gesellschaft negativ beeinflusst haben.
Dunkelheit/Nacht: Was ist es, was den Gothic an der Dunkelheit interessiert? Nun, wie in den meisten Fällen, muss ich wohl auch bei dieser Erklärung voranstellen, dass sich in Bezug auf die Szene nichts pauschalisieren lässt! Die wichtigsten Gründe dürften wohl Ruhe und bisweilen auch Einsamkeit sein, die die Nacht vermittelt. Auch eine gewisse Romantik lässt sich nicht abstreiten, steht schwarzer Samt der dunklen Tageszeit doch viel besser, als dem Sonnenlicht...
Patchouli: "Du riechst wie der Tod" Ein Satz über den sich sicherlich streiten lässt. Doch fest steht: Kein Festival, kein Treffen auf dem sich Gothics tummeln ohne den eigenwilligen Duft des Patchouli Öls, da fällt es nicht schwer auf diese Assoziation zu kommen. Die asiatische Patchouli Pflanze wird in vielerlei Hinsicht eingesetzt: Sie verspricht eine schnellere Wundheilung, soll eine beruhigende Wirkung haben und vertreibt Insekten.
Musik: Man kann sagen, dass Gothic(Im Sinne der Musik) im Laufe der Zeit eine Art Oberbegriff für die vielen Musikstile innerhalb der Subkultur geworden ist. Im Folgenden liste ich die Bekanntesten Abspaltungen des Gothic auf:
Dark Wave- Eine der ältesten Abspaltungen des Gothic, zur Zeit bekannteste Band: Deine Lakaien
EBM- Eine Abspaltung des Dark Wave. Die wesentlichen Unterschiede: Die Anhänger dieses Musikstil sind zumeist an ihren Lack Outfits zu erkennen, musikalisch gesehen ist die EBM(Electronic Body Music oder kurz Electro) tanzbarer.
Industrial- Industrial zeichnet sich durch harte Klänge, aber tan????? ?di???d?d??zbaren Rhytmus aus. Ein schwer zu erfassender Musikstil, da er sich auf dem schmalen Grad zwischen Electro und Techno bewegt und dadurch häufig in die Kritik der Szeneanhänger gerät, die verständlicherweise eine deutliche Abgrenzung zur Techno Gemeinschaft wollen.
Gothic-Rock- Der Gothic-Rock ist schneller und zumeist härter, als Gothic. Er zeichnet sich durch schillernde Gestalten und einen leichten Hang zum Mainstream aus (Pop Einflüsse). Rein textlich gesehen ist er dem Gothic sehr ähnlich und behandelt zumeist die gleichen Themen. Bekannte Vertreter: Joy Division, The Cure(Aktuell: The 69 Eyes)...
Gothic-Metal- Dem Gothic-Rock angelehnt, nur wesentlich härter. Im Grunde kann man es auch so sagen: Es ist möglich jeden x-beliebigen Begriff vor das Wort Metal zu setzen und man stösst immer auf einen existierenden Musikstil;)
Kleidung: Die Kleidung ist natürlich ein wichtiger Aspekt, durch den der Goth seinen Lebensweg unmißverständlich nach außen trägt. Und natürlich sind Äußerlichkeiten auch in dieser Szene von Bedeutung, auch wenn dies nur allzu gerne bestritten wird. Viele sind mit ihrer Kleidung sprichwörtlich verheiratet und legen Wert auf ihren ganz persönlichen Stil. Für Außenstehende mag Schwarz gleich Schwarz sein, doch der Style reicht von Mittelalter bis Cyber und von Girly bis Lady, wobei es im Ermessen jedes Einzelnen liegt, wie extrem er dabei vorgeht.
Religion: Um es nochmal in aller Deutlichkeit zu sagen: Gothic ist keine Religion! Woher dieser Irrglaube rührt ist mir unbegreiflich. Es widerspricht sich also keinesfalls, dass ein Schwarzer gleichzeitig Christ, Wicca oder sonstwas ist. Die Meisten sind zwar ohne Religion, doch dieser Umstand hat wohl mehr persönliche, als szene- technische Gründe.
Der Tod: Häufig als Symbol in der dunklen Poetik gebraucht, ist er etwas womit sich der Gothic intensiv befasst. In welcher Form das geschieht, kann pauschal nicht gesagt werden. Es geht dabei um persönliche Probleme, die symbolisch überspitzt dargestellt werden, um den Tod als Solche????? ?di???d?d??s und um das Ende in jeglichem Sinne. Es ist aber nicht richtig, dass der Gothic so depressiv ist, dass er den Tod als einzige, richtige Lösung empfindet. Er versucht lediglich diesen Aspekt, der so gerne verdrängt wird in sein Leben mit einzubinden. Ob man das gleich als abartig bezeichnen sollte, halte ich für äußerst strittig. Der Tod gehört zum Leben und ist aus dem Leben nicht wegzudenken, sei es drum, wie weit wir uns noch entwickeln und ob wir den milliardsten Computer auf den Markt bringen, sterben müssen wir trotzdem, warum sollte es also falsch sein, sich mit dieser Tatsache auseinanderzusetzen?
Wave-Gotik-Treffen: Einmal im Jahr befindet sich Leipzig im Ausnahmezustand, jährlich zu Pfingsten findet nämlich das "Wave- Gotik- Treffen" statt. Das WGT ist das größte und bekannteste Gothic festival in Deutschland. Es zeichnet sich vorallem durch die Vielfältigkeit des Angebots aus. Drei Tage lang wird das schwarze Herz mit allem versorgt, was es begehrt: Neben Mittelalter Markt, Ausstellungen und Diskussionsgruppen steht aber natürlich auch die Musik im Vordergrund. Für die meisten Bands ist es eine große Ehre auf diesem Festival spielen zu dürfen und deswegen bieten sie ein ganz besonderes Line- Up, Showprogramm oder was ihnen noch so in den Sinn kommt. WGT heißt aber nicht nur konsumieren, sondern auch aktiv mitgestalten. Das alles macht dieses festival zu einem ganz besonderen Ereignis und macht seinen unverwechselbaren Flair aus.
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Was heisst es, ein 'Gothic' zu sein ? |
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Hier folgt nun meine ganz persoenliche Definition dessen, was es fuer mich heisst, 'Gothic' zu sein. Zunaechst mal eine kurze Begriffsdefinition. Was ist ein Gothic, was ist die 'schwarze Szene', was ist ein 'Gruftie', wo sind die Unterschiede?
Der Begriff 'Gruftie' wurde der Szene von aussen aufgedrueckt, und wird in der Gesellschaft auch teilweise in der Bedeutung von 'alter Mensch' verwendet. Ich persoenlich vermeide den Begriff wegen seiner Zweideutigkeit, und auch der Eingeschraenktheit. Schliesslich geht es um mehr als Gruften.
Der Begriff 'Gothic' stammt von der englischen Uebersetzung des Wortes 'Gotik'. Das Wort ist wohl ueber den Term 'gothic novel' (Gruselroman) mit der schwarzen Szene assoziiert worden. Auch hier ist die Definition unscharf, schliesslich
Der Begriff 'schwarze Szene' scheint mir persoenlich am angebrachtesten. Er ist allumfassend, und geht nicht naeher darauf ein, ob es sich um anhaenger des Gothic, New Romantic, EBM'ler oder gar die paar wenigen Satanisten handelt. Er drueckt einfach aus, dass damit alle Menschen gemeint sind, die sich dem schwarzen/dunklen/duesteren zugewandt haben.
Was ist nun also diese schwarze Szene?
Sie ist zunaechst eine informelle alternative Jugendkultur, wie andere vor und 'nach' ihr. Informell heisst in diesem zusammenhang, dass es keine formellen Organisationsstrukturen gibt. Dazu gehoert, wer sich selbst als zugehoerig definiert. Historisch gibt es wohl gewisse Verwandtschaft zu den Punks, welche mit dem Aufkommen der Gothics weitestgehend von der Bildflaehce verschwunden sind.
Eine alternative (Jugend-)Kultur entsteht dort, wo das unbehagen ueber die in der Gesellschaft vorherrschende Kultur so gross wird, dass sich eine hinreichende Zahl von Menschen bewusst von dieser ausgrenzt, und eine alternative Kultur schafft. Diese Ablehnung kann sich gegen gesellschaftlich etablierte Werte-, Moralvorestellungen, politische Anschauungen, das Gesellschaftsmodell aus Kapitalismus und Konsum, ... wenden.Ã?Ÿd?†?==?†††4?44 Die Liste liesse sich beliebig fortsetzen.
Damit nun neben der Ablehnung auch eine eigene (sub-)Kultur entsteht, wird eine eigene Symbolik gebildet - gepraegt durch Musik, Kleidung, Verhaltensweisen.
Was die schwarze Szene hierbei von anderen Subkulturen unterscheidet, ist die nicht-festlegung. Dies bezieht sich zum einen auf die Musikrichtung, als auch auf politische Einstellung, ... Die Szene selbst ist unglaublich tolerant gegenueber allen Menschen, die sich trauen mal erfrischend 'anders' zu denken.
Als charakteristisches Merkmal laesst sich wohl sagen, dass eine Skepsis gegenueber allem, insbesondere das permanente Hinterfragen des gesellschaftlichen ist-zustandes vorhanden ist. Die (zu) einfachen Antwrorten der oeberflaechlichen mainstream-Gesellschaft werden abgelehnt. Wer sich lange genug damit beschaeftigt, nach der Sinnhaftigkeit der eigenen Existenz zu suchen, wird schnell entdecken, dass die heutige Konsum- und Spassgesellschaft in ihrem 'American Way of Life' einfach keine Antwort darauf geben kann.
Und wer will schon nach tiefgehenden Gedanken ueber die Thematik einsehen, dass es keine Alternative zu dem auf ewiges Wachstum ausgelegten Wirtschaftsmodell gibt? Und wer hat gesagt, dass sich Fortschritt immer auf technisch/wissenschaftlichen Fortschritt bezieht? Gibt es nicht vielmehr einen menschlichen Fortschritt, die Weiterentwicklung des Geistes?
Weiterhin charakteristisch fuer die Szene ist eine offenheit gegenueber saemtlichen Religionen und Weltnanschauungen. Niemand wird wegen seiner noch so obskuren Einstellung belaechelt. Vielmehr wird es als positiv empfunden, dass Menschen ueberhaupt eine eigene Einstellung haben, und nicht einfach eine fertige 0815-Weltanaschauung uebernehmen.
Doch wie kommt nun die Neigung hin zum duesteren, dunklen, schwarzen zu stande? Woher kommt die haeufige Thematisierung des Todes?
Ich persoenlich denke, dass jeden Menschen, der ehrlich genug ueber das Leben, die Menschheit, letztlich die Welt nachdenkt, eine zumindest melancholische StiÃ?Ÿd?†?==?†††4?44mmung erfassen wird. Es gibt einfach zu viel Schrecken, Leid und negative Zukunftsperspektiven. Nachdem diese 'Erkenntnis' erfolgt ist, ist es nicht mehr moeglich, sich von der Spassgesellschaft durch Entertainment staendig bei guter Laune halten zu lassen. Warum auch? Wozu auch? Wer hat gesagt, dass man immer gute Laune haben muss? Was ist falsch daran, eine melancholisch/duestere Stimmung zu haben? Warum wird diese negative Stimmung in weiten Teilen der Gesellschaft abgelehnt? Warum werden ueberhaupt negative Dinge von der Gesellschaft abgelehnt? Warum kann man nicht die negativen Dinge einfach so hinnehmen, und sie teil seines Lebens werden lassen?
In der schwarzen Szene beschaeftigt man sich mit Themen wie Tod, Schmerz, Leid, ... Dies wird von der Gesellschaft haeufig missverstanden. Es geht hierbei nicht um eine Todessehnsucht. Hier treffen sich keine dauerdepressiven Suizidgefaehrdeten. Empirische studien belegen, dass es in der schwarzen Szene keine hoehere Suizidrate als in der 'normalen' Gesellschaft gibt. Man beschaeftigt sich einfach mit den Themen, weil sie eben genauso zum Leben gehoeren, wie alles andere auch.
geschrieben von Gabegottes für die Gothic Szene in Berlin |
Das Necronomicon |
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Im Mythos tauchen immer wieder alte, arkane Schriften auf, wie der urzeitliche "R’lyeh Text", das "De Vermis Mysteriis" oder die "Unaussprechlichen Kulten". Von ihnen existieren nur wenige Exemplare, die von den Anhängern verbotener Kulte im Verborgenen gehalten werden. Sie berichten von den Großen Alten und den Anderen Göttern und enthalten längst vergessenes Wissen und mächtige Zauberformeln, die den menschlichen Geist meistens in den Wahnsinn stürzen.
Das berühmteste und bedeutendste dieser Bücher wurde selbstverständlich von Lovecraft erfunden: Das "Al Azif", welches besser unter dem Namen der griechischen Übersetzung bekannt ist - Das Necronomicon.
Der Verfasser des Necronomicons ist Abdul Alhazred, ein Dichter und Poet aus Sanaa, Jemen, der auch als "der verrückte Araber" bekannt ist, und Anfang des 8. Jahrhunderts lebte. Alhazred reiste zehn Jahre durch die Wüste von Arabien und suchte die Ruinen von Babylon und Memphis auf. Er behauptete von sich, im sagenumwobenen Irem, der Stadt der Säulen, gewesen zu sein und in den Überresten einer namenlosen Stadt in der Wüste die Geheimnisse und Aufzeichnungen über eine Rasse mächtiger Wesen gefunden zu haben, die älter sind als die Menschheit. Daraufhin schrieb er in den letzten Jahren seines Lebens (um ca. 730) in Damaskus das Al Azif, wobei das Wort "azif" im Arabischen benutzt wird, um die nächtlichen Laute der Insekten zu beschreiben, von denen man glaubte, es sei das Heulen von Dämonen.
Ansonsten ist nicht viel mehr über Alhazred bekannt. Er verehrte die Wesen, die er im Al Azif beschrieben hatte, mit den Namen Yog-Sothoth und Cthulhu. Er verschwand auf mysteriöse Weise im Jahr 738, es heißt, daß er durch die Hand eines unsichtbaren Monsters auf grausame Weise getötet wurde.
Theodorus Philetas übersetzte 950 das Al Azif, daß zu dieser Zeit unter den Philosophen recht bekannt war, ins Griechische und gab ihm den Namen Necronomicon.
Im nachfolgenden Mittelalter wurde das Necronomicon zunächst ins Lateinische und dann in andere europäischen Sprachen übersetzt. Doch viele Abschriften gingen verloren, denn das Buch wurde immer wieder geächtet und verboten, zum Beispiel vom Patriarchen von Konstantinopel oder Papst Gregor IX. Alle gefundenen Exemplare wurden verbrannt, denn nicht nur die im Necronomicon beschriebenen Zauberformeln bargen ungeahnte Gefahren, schon alleine das Lesen des Buches zog oft schreckliche Konsequenzen nach sich.
Somit gibt es heute kaum noch Exemplare des Necronomicons, der arabische Text selbst ist verloren. Bekannt ist, daß es noch lateinische Abschriften im British Museum in London, in der Bibliotheque Nationale in Paris und den Bibliotheken der Universitäten von Buenos Aires, der Miskatonic University in Arkham und Harvard gibt, die jedoch alle unter Verschluß gehalten werden. Weiterhin vermutet man noch mehrere, geheimgehaltene Ausgaben in Privatbesitz, zum Beispiel befand sich eine griechische Übersetzung aus dem 16. Jahrhundert in den Händen der Familie Pickman aus Salem, die allerdings im Jahr 1926 zusammen mit dem Künstler R. U. Pickman verschwand.
Die wichtigste Informationsquelle über das Necronomicon ist ein kurzes Essay von Lovecraft aus dem Jahr 1927, das unter seinen Freunden und anderen Autoren sehr verbreitet war, "History of the Necronomicon" (dt. Titel: Geschichte und Chronologie des Necronomicons). Hier beschrieb er knapp alle wichtigen geschichtlichen Fakten, von Abdul Alhazred beginnend bis zu den Übersetzungen, die bis zur heutigen Zeit noch existieren.
In Lovecrafts Geschichten taucht das Necronomicon das erste Mal kurz in der Geschichte "The Hound" (dt. Titel: Der Hund) aus dem Jahr 1922 auf. Dort wird auch Abdul Alhazred als Verfasser genannt, aber es wird nicht näher auf Inhalt oder Geschichte des Buches eingegangen, noch wird es mit dem Cthulhu-Mythos in Zusammenhang gebracht. Daß das Necronomicon später so bekannt wurde, ist wohl dem Umstand zu verdanken, daß Lovecraft immer wieder bereits vorhanden Elemente aus früheren Geschichten aufgriff und wiederverwendete.
Doch was soll dieses Wort überhaupt bedeuten? In einem Brief aus dem Jahr 1937 an Harry O. Fischer schrieb Lovecraft: „...der Name Necronomicon (von necros: tot; nomos: Gesetz; eikon: Bild = Ein Bild vom Gesetz der Toten) erschien mir im Verlauf eines Traumes, obwohl die Etymologie perfekt klingt...“
Seit langem wird, insbesondere natürlich im WWW, darüber debattiert, was das Wort genau bedeuten soll. Es gibt teils recht bizarre Interpretationen, zumindest ist sicher, daß Lovecrafts Übersetzung nicht hundertprozentig korrekt ist. Die gebräuchlichste Bezeichnung ist "Das Buch der toten Namen". Allerdings ist das Wort Lovecrafts Erfindung und von daher sollte er wohl am besten wissen, was es heißen soll.
Trotz seines Namens handelt das Necronomicon nicht, wie viele annehmen, von der Nekromantie (= Zweig der Magie, der sich mit den Toten und dem Beleben toter Dinge beschäftigt). Das Buch taucht nämlich auch an Stellen auf, die nichts mit dem Mythos zu tun haben, und dient dann als Leitfaden zur Beschwörung von Zombiearmeen, als Beispiel wäre der bekannte Horrorfilm "Army of Darkness" zu nennen. Lovecraft bezog sich mit der Vorsilbe necro wohl eher auf die Großen Alten, die tot und zugleich träumend warten. Allerdings behandelt das Necronomicon nicht nur ihre Herkunft und ihre Geschichte, sondern auch zahlreiche Zauberformeln und Rituale zur Anrufung der Großen Alten.
Trotz aller sich hartnäckig haltenden Gerüchte und wilden Theorien, muß in aller Deutlichkeit gesagt werden, daß es kein real existierendes Necronomicon oder eine historische Vorlage gibt. Auch basiert das Necronomicon nicht auf der sumerischen Mythologie. Es gibt zwar zahlreiche Ausgaben in Buchform und noch mal so viele meist englische Publikationen im WWW, von denen sich aber keine weiter als bis 1922 zurückdatieren läßt. Dies sind teilweise von Fans geschriebene Texte, die natürlich für Rollenspieler und angehende Mythos-Autoren interessant sind, teils auch wirklich ernstgemeinte magische Werke, aber keines stammt von Abdul Alhazred, der ebenfalls reine Fiktion ist, oder einem der von Lovecraft genannten Übersetzer wie Dr. John Dee, welcher allerdings wirklich gelebt hat. Das Necronomicon ist einzig und allein eine Erfindung Lovecrafts, auch wenn man viele Quellen finden kann, die Gegenteiliges behaupten. |